Ein verzweifelter Hilfeschrei...

In den letzten Tagen waren die Nachrichtendienste und alle Zeitungen voll mit: "Selbstmorddrama um Paris Jackson" "Paris Jackson: Selbstmordversuch" und so weiter...

 

Als ich diese Nachricht gelesen habe, wurde mir einiges klar. Durch die Medien habe ich oft Bilder von ihr gesehen und wusste: das geht nicht gut. Ihre gesamte Verwandlung (auch mal rein äußerlich gesehen) war eine Verzweiflungstat, um sich abzulenken. Dann noch Twitter...dort postete sie Bilder, auf denen sie glücklich aussah...doch offenbar war jedes Lächeln eine Täuschung, denn fast zeitgleich postete sie oft traurige und melancholische Gedanken oder Songzeilen. Trotzdem wollte sie wohl durch die Bilder zeigen: "Mir gehts gut!". Doch das war nicht der Fall.

"Höre nicht auf meine Worte...die Schreie klingen alle gleich."
"Höre nicht auf meine Worte...die Schreie klingen alle gleich."

Ich möchte nicht ewig über Paris schreiben, es wird schon genug berichtet darüber. Mich macht es einfach nur so traurig, dass niemand ihren Selbstmordversuch verhindern konnte. Denn eigentlich wäre das möglich gewesen. Offenbar hat aber jeder in ihrer Familie die Augen davor verschlossen, wie schlecht es ihr geht. Das hat man an ihrer krassen Verwandlung gesehen und daran, was sie für Gedanken bei Twitter postete, ist meine Meinung. Trotz allem musste es so weit kommen.

Und Paris Jackson ist nicht die Einzige.

 

Es gibt genug andere Jugendliche und Erwachsene die stumm leiden. Über Depressionen wird zwar hin und wieder berichtet, aber offenbar kommt bei niemanden etwas an. Dabei mutieren Depressionen zur neuen Volkskrankheit. Niemand schaut hin oder dahinter.

Entweder weil man es nicht sehen will oder weil  die Betroffenen es selber nicht wahrhaben wollen oder sich schämen.

Einige meiner Leser wissen ja, das ich gerne auf Tumblr unterwegs bin. Dort gibt es hunderte Blogs von Leuten in meinem Alter - sehr viele davon sind depressiv und versuchen ihre quälenden Gedanken dort loszuwerden. Wenn ich dann so manche Einträge lese, zerreißt es mir fast das Herz, so schlimme schwarzen Gedanken stehen dort. Ich finde es zwar gut, wenn man versucht seine Gedanken aufzuschreiben, aber i-wie sind Gespräche mit Vertrauenspersonen doch auch wichtig. Oder?

Was ich am schlimmsten finde: viele schreiben, dass z.B. ihre Eltern die Depression als "pubertäres Gehabe" abstempeln. Bitte was? Klar hat man in der Pubertät Stimmungsschwankungen und es kann auch vorkommen, dass man sich dabei traurig fühlt aber trotzdem ist so etwas IMMER ernst zu nehmen!!!

Oder fast noch schlimmer: Leute, die "depressiv sein" in eine neue Hipsterwelle (!!!) stecken. WTF? Wer kommt auf solche extrem bescheuerten Gedanken?

 

Es ist wirklich wichtig, dass Depressionen und andere psychische Krankheiten ernstgenommen und nicht heruntergelabert werden. Und vor allem: das die Leute verstehen, was es überhaupt bedeutet, depressiv zu sein. Es ist nämlich keine Hipsterwelle oder der gleichen -.-

 

Vor allem ist es wichtig, das Menschen mit Depressionen Hilfe bekommen. Doch leider ist das mit der Hilfe so eine Sache. Oftmals wartet man monatelang auf einen Termin, dabei wird die Hilfe so dringend benötigt!

Und wenn man dann schon mal einen Temin hat, enttäuschen einen die Ärzte. Die "Hilfe" besteht dann aus in den Computer starren, i-welche Medikamente verschreiben...aber auf die Person eingehen? Die Ursache erkennen? Fehlanzeige.

 

Auch hier muss sich eine Menge tun, ist meine Meinung.

 

Ich hoffe, ich konnte mal einen etwas anderen Blick auf die Dinge geben.

Ihr könnt gern eure Meinung zu dem Thema sagen.

 

Eure Claudi

 

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Kommentare: 2
  • #1

    *sophiechen* (Sonntag, 16 Juni 2013 16:07)

    Hey!
    Hab gar nicht mitbekommen, dass die einen Selbstmordversuch unternommen hat...(liegt wohl dran, dass ich keine BILD oder dergleichen lese xD).
    Okay...mal wieder ein ernstes Thema. Ich finde du hast recht, aber in einem muss ich dir sagen, dass es nicht ganz stimmt. Sicher kann es sein, dass manche Ärzte wirklich nur medikamente aufschreiben und nix tun, aber ich kenne Personen, die mit Menschen mit Depressionen u.ä. arbeiten und ich bin mir sicher, dass die es nicht so machen. Mit den terminen ist das auch so ne Sache. Erst mal muss man als depressiver Mensch ja selber einsehen, dass man Hilfe benötigt und dann liegt das auch daran, wo man wohnt. Bei uns in der gegend ist es völlig klar, das es sein kann, dass man ewig auf seinen Termin warten muss. Wohnt man allerdings in einer großen Stadt ist dass ganz anders. Da ist es nämlich manchmal sogar so, dass die Ärzte sogar um ihre Patienten kämpfen... Sooo das war mal ein langes Kommentar...Hoffe du bist mir nich böse...gglg&hdl Sophiechen

  • #2

    lies-dich-rein (Freitag, 12 Juli 2013 22:14)

    hi!
    ja ich hab auch davon gehört und es hatte mich traurig gemacht. Sie hat ihren Vater verloren, ihre Beste Freundin, ihre ganze sichere Welt und im Alter von nur 11 Jahren.

    Was ich mich frage ist, WIE man helfen kann. Ich weiß zum einen ist es zuhören und auf einen zugehen. Aber reicht das? Und ab wann braucht man eine Therapie? Ich hatte einmal ein Buch über Magersucht gelesen und wollte selbst Psychotherapeutin werden. (hatte den Wunsch aber i-wann wieder gegen Tierärztin eingetausch) Aber zu was ich eig. kommen wollte das Psychotherapeuten oft falsch eingeschätzt werden, da sie unfairer Weise einen schlechten Ruf haben. Doch wiederum hast du auch recht. Es gibt auch Psychotherapeuten die riesen Dummschwätzer sind und einen nicht helfen können, ja nicht mal richtiges Interesse zeigen.
    ... Und i-wie hab ich jetzt den roten Faden verloren... ich glaub über das Thema können wir ja vielleicht mal zusammen diskutieren?!
    Ich liebe so was!
    gglg vivi